Titelbild: Suche nach einem Kastenwagen - Bild: VW-Bulli

Auf der CARAVAN Bremen 2019

Hallo liebe Camping-Fans! Unser erster Messebesuch liegt jetzt hinter uns. Wir haben viel gesehen, einiges angefasst, haben probegelegen, „probegeduscht“ und natürlich auch probegesessen. Mit dabei waren Pössl, Globecar, Chausson, Adria, Laika, Malibu, Bravia, Dreamer, Clever, Sunlight, La Strada und Vision Camper. Unsere erste Reise in die Welt der Camper-Messen dauerte vier Stunden. Ich bin fast versucht „Nur!“ zu rufen, aber da wir nach diesen vier Stunden tatsächlich alle Kastenwagen durch hatten und ich auch relativ erschlagen war, kann man das – denke ich – auch mal so stehen lassen. Wären Wohnwagen, Teilintegrierte, Integrierte, Campingzelte oder sonstiges Zubehör für uns (bereits) interessant, hätten wir sicher noch einige Stunden mehr auf dem Gelände der Bremer Messe und in den Hallen der CARAVAN Bremen verbracht.

 

CARAVAN Bremen 2019

Blitzlicht

Nach den zahlreichen Youtube-Videos der letzten Monate, war es teils eine Erleuchtung, die Kästen nun leibhaftig vor sich zu haben. Es gab einige Enttäuschungen in Punkto Nasszelle und einige Überraschungen zum Thema Ausstattungskriterien. So konnten bei einem Anbieter diverse Extras beispielsweise nicht ab Werk ausgeschlossen werden (TV und SAT) und andere kategorisch nicht eingebaut (Fenster). Was uns ebenfalls aufgefallen ist: Wir hätten gern eine ordentliche Armatur für den Küchenblock und zwei separate Armaturen im Bad. Selbst bei höherpreisigen Kästen begegnen einem hin und wieder solche – nennen wir es – „Funzel-Armaturen“. Mir ist völlig schleierhaft wieso. Wir mögen diese Funzel-Armaturen auf jeden Fall nicht, weder im Bad noch in der Küche. Punkt.

Was haben wir gesehen?

Pössl, Globecar, Clever

Das Pössl das eine oder andere Modell für uns im Programm hat, wussten wir ja bereits. So hatte es uns der Pössl Summit 640 Prime beispielsweise bereits auf Bildern und in diversen Videos sehr angetan. Auf der CARAVAN Bremen konnten wir zwar nur den Summit 600 Prime bestaunen, aber auch das war schon äußerst eindrucksvoll. In Punkto Nasszelle hatte mich der Summit sowieso schon überzeugt – Schwenkbad! Super ist auch das Farbkonzept, mit dunklem Holz und weißen Akzenten.

Überragend natürlich das aufklappbare Skyroof! Welches so bisher von niemandem sonst angeboten wird. Nicht zuletzt ist die Ambientebeleuchtung in Real ebenso überzeugend wie es uns diverse Videos bereits versprachen. Die in anderen Modellen angebotenen Stromschienen im Schlafbereich und in der Dinette (wie z. B. im Roadcruiser B), um Licht und USB-Steckdosen flexibel zu positionieren, würden den Wagen zusätzlich abrunden. Sie sind äußerst praktisch und bieten eine Annehmlichkeit, die die meisten Modelle so nicht bieten. Pössl Summit 640 Prime bleibt daher für uns erst einmal unter den Favoriten.

Die Auswahl an Globecars hielt sich tatsächlich in Grenzen, nun ist die CARAVAN Bremen aber auch eine kleinere Messe. Es war leider gerade einmal ein Fahrzeug zugegen und das konnte uns nicht überzeugen. Das Badkonzept überzeugte nicht, die Holzfarbe lud nicht zum Verweilen ein. Rötliches Holz, damit werden wir einfach nicht warm. Könnte man zwar ändern, aber das Gesamtpaket passte diesmal nicht.

Natürlich muss man sagen, Globecar und Pössl sind eigentlich baugleich. Die meisten Pössl-Modelle finden sich daher auch beim preisgünstigeren Anbieter Globecar, wenn auch ggf. mit einigen Einbusen in der Ausstattung. Ein Vergleich lohnt sich hier jedoch in jedem Fall.

Einen Clever haben wir auch noch gefunden. Aber: wir haben keine Ahnung, um welches Fahrzeug es sich hier gehandelt haben könnte. Leider war weder ein Verkäufer zugegen, noch gab es einen Hinweis zur Typenbezeichnung. Die Hinweisschilder beschränkten sich hier auf Angaben zum Preis und mögliche zubuchbare Features.

OrangeCamp und Vision Camper

OrangeCamp, kennt ihr die? Witzige Fraktion. Ein mittelmäßig motivierter Verkäufer saß auf dem Beifahrersitz des Fahrzeugs, wartete hier auf potenzielle Kunden, die er quasi aus dem Off ansprach oder einfach so von dannen ziehen lies… Bei den beiden ausgestellten Fahrzeugen handelte es sich um K6 mit einer Länge von 6 bzw. 6,40 m. Eines davon mit Längs- das andere mit Querbett. Beide konnten bei uns keine sonderlichen Begeisterungsstürme wecken. Das Bad mit Duschvorhang, kleinem runden Alu-Waschbecken und fehlendem Dachfenster. Nicht unser Fall. Nein.

Ebenfalls über OrangeCamp vertrieben wird der Hersteller Vision Camper. Holla! Kann ich da nur sagen. Ausgestellt war das Modell 2020 QB. Erster Eindruck: Arztpraxis. Innen total weiß, Kontraste beschränkten sich auf einen hellen Grauton und überall gab es abgerundete Ecken. Ach Quatsch Ecken. Es gab am Küchenblock einfach keine. Aber: wer mag bekommt die Arztpraxis auch mit ein paar freundlicheren Akzenten, beispielsweise einer beigen Arbeitsplatte. Hier – so der Verkäufer – könne man noch viel machen. Wünsche könnten realisiert werden, auch solche ein Längsbett betreffend. Denn im ausgestellten Fahrzeug war lediglich ein Querbett verbaut. Aber, alles kein Problem: bei diesem 6,4 m Fahrzeug wäre viel Raum für umbauten und das Längsbett gäbe es sowieso standardmäßig im Angebot. Alles kein Problem. Das zeigte sich auch im Bad. Das war nämlich bis auf die Toilette noch gar nicht eingebaut. So individuell scheint dieses Fahrzeug konfigurierbar.

Vision Camper ist auf jeden Fall einen zweiten Blick wert, auch wenn ich im Internet bisher keine Fotos des Bades ausfindig machen konnte. Schade. Ein weiteres Highlight, das Fahrzeug ist nicht nur wintertauglich, es ist sogar winterfest („in vollem Umfang wintertauglich“). Heißt, der Abwassertank ist beheizt und es gibt eine zusätzliche Schaumstoffisolierung, also alles ist gut gedämmt. Das mindert natürlich den Platz im Innenraum ein wenig, gut spürbar an der Deckenhöhe. Hier verliert man einige cm. Auch über die Ledersitze, die offenkundig standardmäßig dazugehören, kann man streiten. Wir würden hier mit Sicherheit einen gemütlicheren Stoffbezug bevorzugen.

Malibu, der Klassiker mit Bullaugen

Malibu ist fancy, keine Frage. Auf der Messe gab es u. a. den Malibu Van Charming GT 640 LE zu bewundern. Die süßen Bullaugen, das trendige Design, die Schiebetür zum Bad, die Ambientebeleuchtung, die Holzfarbe, die massiv gebaute Arbeitsplatzerweiterung in der Küche, ein kleiner Mülleimer im Eingangsbereich, die großen Fenster! Die Bodenklappe in der Dinette ist auch wunderbar neu erfunden worden. Mit Scharnier und einer Art Ausschnitt, damit der Tisch zum Öffnen nicht verschoben werden muss. Clever!

Nicht so schön gelöst ist hingegen die Badsituation, mit der Schwenktoilette und der klappbaren aus Plexiglas bestehenden Duschkabine, die vor alle Wände gefaltet wird. War irgendwie merkwürdig. Aber es gab eine separate Armatur für die Dusche. Ein Pluspunkt. Auch nicht optimal für uns, der Einstieg ins Bett, mit seiner doch recht markanten Ausbuchtung.

Adria

Auf den ersten Blick erst einmal gar nicht schlecht. Das Bad ist top. Zwei Fenster und geduscht wird mit Hilfe eines Schwenkbades, das bedeutet es gibt auch zwei getrennte Armaturen für Waschbecken und Dusche. Damit wäre die Nasszelle quasi gekauft. Die Längsbetten konnten relativ gut im Einstieg geschlossen werden, so dass tatsächlich das Gefühl von Doppelbett aufkam. Über die Farbe der Sitzbezüge lässt sich bekanntlich streiten, hier wären wir sicherlich immer contra Leder, auch wenn wir bereits vom Vision-Camper-Verkäufer darauf hingewiesen wurden, dass Leder natürlich für den Wert des Fahrzeugs zu bevorzugen wäre. Minuspunkt: Funzel-Armatur im Küchenblock.

Dreamer

D62: Schockverliebt! Bereits vor Monaten im Internet entdeckt. Erst für gut befunden, dann aufgrund von Bedenken die Bettbreite und -länge betreffend sowie der Breite des Bades wegen verworfen. Auf der CARAVAN Bremen haben wir dann endlich drin gestanden und haben zu zweit sogar probegelegen. Außerdem haben wir natürlich die Breite des Bades ausgiebig getestet. Ich fand’s toll. Das Bett würde für uns ausreichen. Auch mit dem Bad könnte man wohl gut leben. Es gibt jedoch leider einen Duschvorhang und das mittelgroße Waschbecken müsste man natürlich vorher einem Praxistest unterziehen. Außerdem war das Waschbecken auch einfach nicht hübsch. – Ich und meine Befindlichkeiten 😀

Der D62 hat definitiv einen außergewöhnlichen Grundriss, für alle die mal etwas anderes wollen. (In diesem Zusammenhang übrigens auch einen Blick wert, der Explorer X und Challenge X von Globe-Traveller). Einen weiteren Kritikpunkt haben wir auch entdeckt: der große Kasten für zwei Gasfaschen direkt im Eingangsbereich. Ist zwar als Sitzbank zu nutzen, aber stört. Wäre schön, wenn man hier einfach eine Dieselheizung einbauen und den Gaskasten um einiges verkleinern könnte. Außerdem nicht so schick, im Bad und im Heck gibt es keine Fenster. Die sind auch nicht aufpreispflichtig einzubauen. Wir haben uns da beim Verkäufer vor Ort erkundigt und die Antwort war ein klares: Nein. Nur in anderen Modellen möglich. Da fragt man sich doch: wieso um Himmelswillen? Naja egal. Wenn man das Fahrzeug wirklich will, werden sich hier Mittel und Wege finden lassen. Wir checken das wohl auf alle Falle nochmal. Auch was die Dieselheizung angeht.

Ausgelassen haben wir VanTourer, da Raumbad und eigentlich auch nicht unsere Preisklasse. Sowie Weinsberg und Knaus, da momentan nicht ansatzweise in unserer engeren Auswahl.

Fortsetzung folgt …

Habe ich etwas vergessen? Ja! Mindestens Sunlight, La Strada und Bravia, aber auch die Neuentdeckungen Laika und Kabe. Was es hier zu berichten gibt, erfahrt ihr dann in einem kleinen Nachtrag in den nächsten Tagen. So viel sei vorweg verraten: von Sunlight gab es im Bereich Kastenwagen zwei Fahrzeuge der XV-Serie zu begehen. Bravia war ebenfalls mit zweien seiner Schwäne vertreten. Ich hoffe, ich bekomme die gesammelten Eindrücke bis zum nächsten Blog noch ordentlich zusammen. Gelobt sei der, der sich gleich einige Aufzeichnungen anfertigt 😉 Bis zum nächsten Mal!

 

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