GREEN SCREEN ’19 – Der zweite Tag findet unter Wasser statt

Heute,  12. Sept. 2019, hatten wir zwei Filme zu den Themen Mittelmeer und Wale auf unserem Programm. Los ging es um 14:00 Uhr im Ostsee Info Center:

Geheimnisvolles Mittelmeer – Von Berberaffen und Feuerfischen

Mit dieser Produktion des NDR werden in eindrucksvoller Art verschiedene Lebensräume im und am Mittelmeer gezeigt. Sowohl an Land lebende Tiere als auch die Bewohner der von drei Kontinenten umschlossenen Wasserwelt sind die Protagonisten des von Thomas Behrend gedrehten Films.

Diese Episode der zweiteiligen Dokumentation mit dem Untertitel „Von Berberaffen und Feuerfischen“ umreißt die geschichtliche Entwicklung der Tierwelt im Mittelmeerraum bis heute und beleuchtet dabei einheimische und migrierte Spezies. Die eingewanderten Arten kamen zum einen über zeitweise bestehende Landbrücken, wie z. B. bei Gibraltar, zum anderen wurden sie vom Menschen eingeführt. Die Vielfalt der tierischen Bewohner ist mit der Zeit sehr groß geworden. Berberaffen aus Marokko sitzen auf dem Felsen von Gibraltar in freudiger Erwartung der nächsten Chipstüte, die sie einem Touristen entreißen können. Sie futtern ihr Diebesgut während ihre Artgenossen in den Zedernwäldern im marokkanischen Atlasgebirge ein wesentlich kargeres Dasein fristen müssen. Berberaffen sind übrigens die einzigen Affen auf dem europäischen Kontinent. Chamäleons, die vor Jahrhunderten über die Landbrücke bei Gibraltar gekommen sind, haben inzwischen an der südspanischen Küste ihre Heimat gefunden.

Wasserwege

Die Straße von Gibraltar spielt für die Besiedlung des Mittelmeers auch nach dem Einbruch der Landbrücke eine große Rolle. Kühles, nährstoffreiches Wasser aus dem Atlantik fließt ein und ermöglicht so ein vielfältiges Leben. Der Blauflossen-Thunfisch kommt jährlich aus dem Atlantik in die wärmeren Gewässer des Mittelmeers, um sich zu paaren, da die Jungfische wärme Gewässer bevorzugen. Der bis zu 3 Meter große Mondfisch kam einst aus dem Atlantik und ist nun um Elba herum heimisch. Dort findet er passende Bedingungen für sein Überleben.

Im östlichen Mittelmeer gibt es ebenfalls eine für Tiere interessante Meerenge, den Bosporus. Zugvögel wie der Storch nutzen die nur wenige Kilometer breite Wasserfläche zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer für ihre anstrengende Reise in den Süden. Auch die unechte Karettschildkröte lebt in diesen Bereichen. Sie benötigt für die Fortpflanzung ungestörte sandige Strände zur Eiablage, das ist an der türkischen Mittelmeerküste gar nicht so einfach. Hier bietet sich jedoch beispielsweise der Strand von Anamur an.

Viele der eingewanderten Arten haben sich sehr gut an die neuen Umgebungen angepasst ohne heimischen Arten verdrängt oder bieten diesen sogar neue Nahrungsmöglichkeiten. So sind beispielsweisen recht große Fische in den Gewässern von Elba zu Putzerfischen für den „riesigen“ Mondfisch geworden. Dieser ist seinerseits kein Fressfeind für die meisten kleineren Fische, da er sich vorwiegend von gallertigen Lebewesen ernährt (Quallen und Salpen). Allerdings ergänzt er sein Menü auch gern um Aallarven, kleine Heringe, Krebstiere, Kopffüßer oder andere kleinere Meerestiere.

Gefahren durch Einwanderung

Gefährlich für die Artenvielfalt im östlichen Mittelmeer könnte hingegen der aus dem Roten Meer eingewanderte Rotfeuerfisch werden. Dieser ist durch den künstlichen Wasserweg des Suezkanals in das Mittelmeer gekommen und macht sich gerade um Zypern breit. Auch für den Menschen kann der Fisch mit seinen giftigen Stacheln gefährlich werden. Im Mittelmeer jagt er, teilweise in Gruppen, kleinere Fische, gar ganze Schwärme und hat dort selbst keine Fressfeinde. Einer der natürlichen Feinde des Feuerfischs im Roten Meer, der Alligatorfisch, ist leider nicht mit in das Mittelmeer gewandert. Andere größere Arten, wie Haie, sind in der Vergangenheit womöglich zu stark dezimiert worden, um einen ernsthaften Fressfeind darzustellen. Leider wird im Film nicht erläutert, warum keine weiteren möglichen Fressfeinde im Mittelmeer existent sind, ist „mal wieder“ der Mensch Schuld? Es ist wohl anzunehmen… So breitet sich der Rotfeuerfisch ungebremst aus, die beheimateten Fische im Mittelmeer können es nicht mit ihm aufnehmen.

Das Filmportrait über Tiere am und aus dem Meer, das von drei Kontinenten umschlossen ist, liefert tolle Bilder und interessante Informationen und ist auf jeden Fall empfehlenswert. Eine Schwäche offenbart sich bei weiterführenden Fakten, wenn es um mögliche Gefahren durch eingewanderte Arten geht, sie fehlen schlichtweg, was bedauerlich ist.

Die nächste Runde startet um 16:00 Uhr in der Stadthalle:

Das Wesen der Wale

Wow, das ist mal ein wahnsinnig toller und sehenswerter Film. Der Macher des Films, Regisseur und Meeresbiologe Rick Rosenthal, ist ein langjähriger Naturfilmer, der u. a. bereits mit David Attenborough unterwegs war. Ihm ist dieses tolle Werk gelungen, über das ich eigentlich keine weiteren Worte verlieren möchte, man sollte sich diesen Film einfach ansehen! Zurzeit ist der Film online hier zu sehen: https://www.dailymotion.com/video/x7cqql3 (Keine Gewähr)

 

 

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