GREEN SCREEN ’18 – Zum Abschluss

Na, das hat ja nicht so gut geklappt, mit dem kontinuierlichen Bericht über das GREEN SCREEN Naturfilmfestival 2018 🙂

Egal, zwei kritische Filme unseres Programms möchte ich euch noch kurz vorstellen und zugleich empfehlen, bevor ich sage: Das Warten aufs nächste Jahr beginn



Film Nr.

Der erste Film, den ich euch ans Herz lege, ist Modified. Er ist das Erstlingswerk der kanadischen Filmemacherin und leidenschaftlichen Biogärtnerin Aube Giroux. Ihr Werk behandelt die Thematik einer unzureichenden bzw. fehlenden Kennzeichnungspflicht von genetisch veränderten Lebensmitteln (GMOs)  in Kanada und den USA. Der Dokumentarfilm ist eingebettet in die persönliche Beziehung zwischen Aube und ihrer Mutter, die ihr die Leidenschaft für gute Produkte, gutes Essen und schließlich auch das Gärtnern mitgab. Während der Dreharbeiten erkrankte Aubes Mutter an Krebs und konnte die Fertigstellung des Films leider nicht mehr miterleben. Wir sehen Sequenzen aus Aubes Vergangenheit, schauen ihr beim Kochen zu und lernen verstehen, wie genau sich ihre Leidenschaft und das Interesse für gutes Obst und Gemüse entwickelt hat. Gezeigt werden auch die Schwierigkeiten, die Aube bei der Recherche begegneten und die zahllosen Versuche jemanden von der Regierung zu diesem Thema interviewen zu können. Das ist zugleich auch das unglaubliche an diesem Film. Gewählte Vertreter der Bevölkerung verweigern Auskunft und Aufklärung, handeln somit ihrem eigentlichen Auftrag, im Sinne der Bevölkerung zu handelt, zu wider. Sehr intensiv sind auch die Sequenzen zwischen Aube und ihrer Mutter, als diese bereits erkrankt ist und klar wird, dass sie den Kampf verlieren wird. Der eine oder andere wird hier beim Zuschauen vielleicht ein Tränchen verdrücken müssen. Alles in allem ein bewegender und zum nachdenken anregender Film. Fünf Sterne! ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️

Film Nr. 2

Der zweite Film beschäftigt sich mit dem Wettlauf gegen das Massensterben. Racing Extinction ist das Werk des Oscar®-Preisträgers Louie Psihoyos (Die Bucht). Gemeinsam mit einem Team aus Künstlern und Aktivisten schleusen sie sich in die gefährlichsten Schwarzmärkte der Welt ein. Die Bilder der Märkte vor Ort, an denen zuhauf Haiflossen lagern, oder vom Fang eines Rochens und seinem Kampf ums Überleben, sind streckenweise ziemlich bedrückend. Der internationale Wildtierhandel scheint zu florieren, erschafft einen unglaublich lukrativen Markt auf Kosten der Spezies die es bereits seit Millionen Jahren geschafft haben, auf diesem Planten zu überleben. Neben dieser eher schwierigen Kost gibt es aber auch schöne Aufnahmen, z. B. von Walhaisen oder Delphinschulen. Besonders beeindruckt haben mich die erwähnten Bilder der Schwarzmärkte aber auch die zum Ende des Films präsentierte Aufklärungsaktion. Hier bekommt der Zuschauer auch wieder fantastische Bilder zu sehen. Ein Detail das bei mir auch auf alle Fälle hängen geblieben ist, ist das Beispiel der Aufklärungsaktion in China gegen den Verzehr von Haifischflossensuppe aus dem Jahr 2006. Bisher ist durch diese aufmerksamkeitsstarke Kampagne der Konsum dieser Suppe um bis zu 80 % zurückgegangen. Diese positive Nachricht hat zusammen mit besonders schönen aber auch besonders entsetzlichen Bildern definitiv das Potenzial die Art zu verändern, wie wir unsere Welt betrachten und behandeln. #startwith1thing Fünf Sterne! ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️

Vielleicht hat nun ja der eine oder andere von euch Lust bekommen, sich mal wieder einen gemütlichen Fernsehabend mit Dokumentationen zu gönnen. Es müssen ja auch nicht gleich die hier vorgestellten, eher kritischen Filme sein. Es gibt noch eine Vielzahl anderer spannender Naturdokus, die es zu sehen lohnt – auch bei Netflix und Co. 😉 Viel Spaß dabei!

Und für alle Interessierten unter euch, das nächste Green Screen findet vom 11. bis 15. September 2019 statt.

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